Alles Gute zum Geburtstag -… nicht

Ich werde dir nicht gratulieren weil ich hoffe, dass du hoffst, dass ich mich melde und dann enttäuscht bist, dass ich es nicht tue. So enttäuscht, wie ich es war, als du dich am ersten Geburtstag nicht gemeldet hast. So enttäuscht, traurig und verletzt, wie ich es war, als du mich hast sitzenlassen, als ich dich am meisten brauchte. 
Aber du wirst es nicht sein. Denn in deiner Welt hast du nichts falsch gemacht. Sei glücklich und feier schön mit deinen „richtigen“ Familienmitgliedern.

Ich sitze hier und hoffe, dass du dich wenigstens ärgerst, dass es regnet. Und ich hoffe auf Hagel, Sturm und Weltuntergang. Oder wenigstens, dass dir das verkackte Gestänge von deinem verkackten Sonnenschutzzelt auf deinen spießigen Schädel fällt. 

Amen.

Neid

Ich gebe zu: ich bin neidisch. Viel zu oft. Auf seltsame Dinge. Besonders auf das Glück anderer. Hier im Ort, tolle Frauen, top gestylt, mit gutaussehenden Männern, wohlgeratenen Kindern. Sie bauen sich wunderschöne neue Häuser.   Die Gärten sind top gepflegt, sie feiern Parties. Alles ist wolkenrosa tuffig schick.
Ich hingegen, bin optisch eher so an der unteren Toleranzgrenze angesiedelt, übergewichtig aber ausreichend kurzsichtig um mir vor dem Spiegel nicht das Leben zu nehmen. Mein Sohn ist alles andere als wohlgeraten, wenn man seinen Lehrern glaubt (ich hingegen liebe seinen unkonventionellen Humor und seine Art), mein Mann sieht zwar auch gut aus, ist aber mit verantwortlich, dass unser uralt Haus nie aus dem Stadium Dauerbaustelle kommen wird, dass unser Garten eher ein Urwald mit Gerümpel ist und dass nix so ist, wie ich es zum angeben gern hätte… Also haderte ich seit Jahren mit mir: Was machen wir falsch, warum sind wir nicht so „glücklich“?
Aber nun stellt sich heraus, die Traumfamilien sind gar nicht so traumhaft. Familie „er hat den Garten so gut in Schuss und kümmert sich so prima um die Söhne“ ist jetzt Familie „er hat ohne ihr Wissen mit seiner Affäre ein anderes Haus gebaut und in einer Nacht und Nebel Aktion ausgezogen“… Und irgendwie bröckelt gerade überall die Fassade. Bei uns zwar auch, am uralt Haus. Aber die Beziehung ist noch nett. Wir sind nicht mehr so leidenschaftlich wie vor 10 Jahren. Aber wir haben gemeinsam Lachanfälle. Wir machen nicht jedes Wochenende ne tolle Unternehmung. Aber Papa sitzt mit dem Baby im Matsch. Oder lässt sich Joghurt füttern (sozusagen Gesichtsmaske). Und er erwartet keine perfekte Hausfrau. Und er ist bei uns.

Und je mehr ich darüber nachdenke, um so stärker wird der Gedanke, dass ich gar keinen top gepflegten Garten brauche. Und kein neues Haus mit allem pipapo. Sondern dass gemeinsam in einer Ruine glücklich sein vielleicht viel mehr wert ist.

Und ich lebe für solche Unterhaltungen wie: „Warum hast du mich eigentlich geheiratet, wenn ich so schrecklich bin?“

„weil du die Öffnungszeiten vom Rewe weisst“

Sind giveaways vegan?

Ha… Ich muss mich schon wieder outen…  Ich kann mich bei Süßigkeiten kaum bremsen. Besonders nicht bei geschenkten. Und da ich oft Stoff und Tüddelkram bei kleinen, lieben Stoffgeschäftsbesitzerinnen  ordere, hab ich mich schon oft dran erfreut, dass meist noch ein herzförmiges Bonbon oder eine andere kleine Nascherei im Paket zu finden war.

Neulich habe ich einen neuen Onlineshop für Gummirüsche aufgetan. Erst war ich nicht so erbaut, da es viel hin und her gab und dann die Lieferzeit recht lang war. Doch dann kam das Paket, gleich 2 recht große Herzbonbons obenauf! Natürlich musste ich gleich eins naschen. (aus Diätgründen wollte ich das zweite aufsparen). Es schmeckte wie Traubenzucker, ohne Zucker… Also wie Stärke. Löste sich schlecht auf. geizig Tapfer, wie ich nunmal bin, habe ich es bis zu Ende gelutscht und mir Gedanken gemacht, ob es eine besondere Spezialität aus der veganen Süssigkeitenschmiede sei. Um ehrlich zu sein, war ich wirklich erleichtert, dass ich es nach ca. 30 min endlich runter gebracht hatte.

Am Abend, beim wegsortieren der Rechnung, fiel mir eine handschriftliche Ergänzung auf selbiger auf. „als Entschuldigung für die lange Lieferzeit schicke ich dir 2 Stück Schneiderkreide in Herzform mit“… 

Komisch komisch… Ich hab nur eins gefunden… ^^

Ein kleines Fazit…

Ich begann diesen blog ja in der Hoffnung, mich zu sortieren… mit den Worten „Vielleicht habe ich dann mal irgendwann nur noch ein Hobby – und ein aufgeräumtes Haus“. Dran geglaubt hab ich nicht… aber seht selbst …

1. Es ist ein Plotter hier eingezogen… ich habe unheimlich Spaß damit…
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2. Die Adventszeit naht… ich origamiere wieder vor mich hin
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3. nähen muss ich auch
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4.die Strickdecke wächst… langsam aber stetig

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Die winzige Hand da auf dem Bild soll dann später mal von der Decke gewärmt werden. Hoffentlich ists Weihnachten schon soweit

5. Farbverlaufsgarn hat mich verleitet… eine Sternendecke wird auch gerade gehäkelt

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6. Farbverlauf – ein gutes Stichwort… ich teste gerade verlaufsfärben an mullwindeln….

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also kann man den guten Vorsatz getrost als gescheitert ansehen…

soviel zum Zwischenstand…. was ich hier im blog schreiben soll, weiß ich nämlich meistens nicht. 🙂

… von Humorbehinderung und anderen Gebrechen

Ich gestehe..  Ich treibe mich auf Facebook rum. Oft. Viel zu oft. Und völlig sinnbefreit. Ich lese dort in diversen Gruppen, gebe hier und dort meinen Senf dazu… Ob das ist, weil ich helfen will? Nee, glaub nich… Eher so zum klugscheissen…  Das macht nämlich Spaß. Am allermeisten natürlich, wenn jemand zurückklugscheisst. Dann ist man nämlich, eh man sich versieht… Schwupp … Im digitalen Häuserkampf. Manchmal ist es sogar Bürgerkrieg.

Gern dafür genommen sind sämtliche Themen rund ums Kind. Fangen wir bei Windeln an. In Stoffwindelgruppen sind natürlich alle pro Stoffwindeln. Also kann man darüber schon mal nicht streiten. Da muss ein anderes Thema her… Was mit Stoffwindeln zu tun hat. So entstehen dann solche Einträge wie: „Schlafmangel – mein Kind wacht auf, wenn die Windel nass ist“ Gut… Kann man diskutieren… Ich würde die Windel wechseln, BEVOR ich die Facebookgemeinde um Hilfe bitte… Aber da juckt es mich in den Fingern, zu Anwendung von Barbituraten zu raten…

Auch ein gern genommener Schauplatz für „ich habe aber rechter als du“ ist das waschen der Stoffwindeln. Womit, wie oft, warum überhaupt? Und wehe man empfiehlt etwas, womit man selbst gut fährt. Da wird einem schnell „Glaubenskrieg“ vorgeworfen… Weil eine Bettina H. (Name von mir verfälscht…  Muhahaha) mal in nem Chat gelesen hat, wofür das alles schlecht ist. Und mit Fleckensalz ans Kind… Um Gottes Willen!!!  Aber ich mach einfach vor dem waschen die Windel ab vom Kind. Hab ich dann auch erwähnt. Das war der Zeitpunkt, zu dem nach den Admins gerufen wurde. Die müssen dann nämlich sagen, wer nun rechter hat… (die haben sich ja meist auch Gruppenregeln ausgedacht, die es strikt zu befolgen gilt. Die kommen noch vor dem Grundgesetz!  Weit vorher!!!)

Mein absolutes Lieblingsthema für organisierten Stunk sind aber Tragetücher. Bilder von Wöchnerinnen in Schlumpikleidung vorm Spiegel. Ein schweineteueres Tragetuch um sich selbst und das Kind geschlungen und dazu die Frage: „das ist mein erster Versuch, sieht das gut aus?“ ich frage mich, was sie meint… Das Kind? Das Tuch? Die Bindetechnik? Oder gar die Frisur? Bevor ich aber dazu komme, diese Frage zu stellen, fragt jemand: „Hattest du eine Trageberatung? “ wenige Millisekunden später: „mehr beuteln!“ usw usw… Selten liest man „für den ersten Versuch ok!“ nach 3-4 Stunden wird der Dame dann ein hochwertigeres Tuch angeboten, in blumigen Worten. „super eingekuschelt, traumhafter blend, damit bindet es sich viel leichter!“ Am Ende weiss sie genausoviel wie vorher, und die Facebookgemeinde weiss, wo sie die Dekoartikel her hat, die im Bild zu sehen waren. Das tut keinem weh… Schlimm wirds aber, wenn es ums waschen geht… Auch hier ist religiöser Eifer an der Tagesordnung. 1:1 wie bei den Windeln. Weichspüler ist Gift. Enzyme sind Teufelszeug! Besser bei Neumond in die Sonne hängen…

Postet man in einer solchen Gruppe aber ein Bild, welches nicht dazu dienen soll, das „Schwarmwissen“ anzuzapfen, sondern nur zur Belustigung, fühlen sich viele gleich auf den Schlips getreten. Da wird erklärt, wie grotesk man doch sei, seine „fast erwachsenen Kinder“ den ganzen Tag umherzuschleppen, ob die nicht laufen können, dass man sie verwöhnt and so on… Alles wegen eines sanft auf Papas Rücken eingeschlummerten 5 jährigen. In einer Tragehilfe. Wäre die nicht dabei, wäre alles ok…Oder die andere Randgruppe hätte „Rabeneltern! “ gebrüllt. Und dann kommen die Ädmösen Admins ins Spiel. Die rufen zur Ordnung, erinnern an die Netiquette… Mich erinnert das an „in Zweierreihen aufstellen und an den Händen nehmen“… Da hieß der Admin aber noch „Tante Annette“. Und die hat keinen aus der Gruppe geworfen…

Da lob ich mir meine Nähgruppen. Da darf auch noch beim hundertsten schlecht zudammengeflickten Beanie in Freudentränen ausgebrochen werden…Da wird niemand gerügt für die Suche nach „einem Schnittmuster für eine Runde Tischdecke“ und alle freuen sich mit, wenn den „fleißigen Nähbienchen wieder was ganz schnuckeliges von der Maschine gehüpft ist“.

„Shades of pink – Entfesselte Wolllust“

Haha… Nein, nicht was ihr denkt, es bleibt weiterhin seriös und jugendfrei!

Viel mehr geht’s um Wolle.

Ich neidgeplagtes Wesen habe nämlich bei der Rückbildungsgymnastik eine sehr sehr sehr schöne Babydecke gesehen. Diese um genau zu sein. Und weil es ja nicht sein kann, dass ein anderes als mein Kind auf die schönste Babydecke der Welt spuckt und bricht, habe ich mir überlegt: die kannst auch selbst stricken.

Zu allem Überfluss hat eine der Verrückten aus meiner Therapiegruppe (wie mein Mann es nennt, dazu später mal ein separater Artikel) begonnen, einen Tragestern zu häkeln. Also habe ich Wolle und Stricknadeln vorgekramt und angefangen. Natürlich in pink, rosa, flieder und lila. Wie es so einem richtigen Mädchenbaby gebührt.

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80x80cm…  Da muss ne alte Frau lange für stricken. Ein Achtel ist geschafft. Hoffentlich hab ich noch sieben Achtel lang Lust…  Wolllust nämlich.

Mittagsschläfchen nutzen

Meistens, wenn die kleine Kullerrübe schläft, brauche ich was zu tun. Und meistens hab ich zum putzen keine Lust. Also habe ich sie gestern zugeschnitten und heute zusammengenäht, die Hose Motti:

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Schnittmuster ist ein freebook von „Made for Motti„. Danke dafür 🙂

In Grösse 80 dauert es noch, bis Rübchen sie tragen kann. Aber das macht nix.

Ich habe übrigens meine zu gross gewordene Jeans dafür zerschnippelt…  Das war mir eine besondere Freude.

Dreifachpaspel tu ich mir nicht nochmal an und die recycelte Doppelnaht hat mich auch 3 Nadeln und unzählige Nerven gekostet. Aber im grossen und ganzen wars ganz einfach und ich werde noch mehr Mottis nähen. Sweat, Cord, Jersey… Vermutlich hat das Kind bald einen größeren Kleiderschrank als der Rest der Familie zusammen. 🙂

Der Kopf ist rund…

… damit die Gedanken die Richtung wechseln können.

Und weil sie das in meinem Kopf ständig tun habe ich nun diesen Blog. Ein eigener Blog war schon lange mein Wunsch, da ich ja bekennende Angeberin bin und meine Werke gern der ganzen Welt zeigen möchte. Und dafür gelobt werden will… Natürlich….

Meine Werke… Nunja… Meistens wird genäht, manchmal gestrickt, oft gehandwerkert. Ich mache quasi alles, aber nichts richtig. Vielleicht schaffe ich es ja hier, mich so zu sortieren, dass ich am Ende nur noch ein Hobby habe..  Und das dann richtig. Und somit ein aufgeräumtes, ordentliches Haus. Klingt utopisch. Ist es auch. 🙂